Zusatzstoffe, wie schädlich sind sie?

E572, E007, E666 wir alle kennen diese furchteinflößenden Zahlenreihen auf den Verpackungen  vieler Lebensmittel aus dem Supermarkt. Eine mysteriöse und undurchschaubare Aura umgibt diese neuartigen Zutaten, da ist es nur allzu verständlich, sich durch diese ein wenig verunsichert zu fühlen. Das Internet ist ebenfalls um keine Schauergeschichte zu dem Thema Zusatzstoffe verlegen. Dass diese Angst allerdings in den meisten Fällen völlig unbegründet ist, werde ich Ihnen in den folgenden Zeilen beweisen.

 

Woher kommt die E-Nummer

Allgemein gesagt steht eine E-Nummer für einen Stoff, der an sich keine Lebensmittelzutat ist, einem Lebensmittel aber zugesetzt werden kann um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Diese Zusatzstoffe sind in Untergruppen unterteilt wie Backtriebmittel, Säuerungsmittel, Farbstoffe oder Konservierungsmittel. Sobald ein Hersteller eine solche Substanz in den Verkehr bringen möchte, muss er diese bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, der EFSA, registrieren und wissenschaftliche Beweise für die Unschädlichkeit der Substanz vorlegen. Im Zuge dieses Prozesses wird die von vielen gefürchtete E-Nummer vergeben, weiters werden Höchstwerte und gegebenenfalls auch eingeschränkte Anwendungsgebiete festgelegt.



 

Nicht automatisch künstlich

Wenn wir uns die Liste der in der EU zugelassenen Zusatzstoffe ansehen fällt auf, dass uns viele dieser Stoffe bereits im Alltag begegnet sind. Die Essigsäure (E260) kennen wir unter anderem aus Salaten und Sauergemüse. Essigsäurebakterien stellen diese während der Gärung beispielsweise aus Wein her. Wird diese Säure allerdings in konzentrierte Form einem Lebensmittel zugesetzt, muss diese als Zusatzstoff auf der Verpackung angegeben werden. Das gleiche gilt auch für die Milchsäure (E270), die bei der Herstellung von verschiedensten Milchprodukte bei der Vergärung durch Lactobazillen in großen Mengen entsteht und Lebensmitteln wie Joghurt oder Buttermilch ihren charakteristischen Geschmack verleiht.
Die Propionsäure (E280) sowie ihre Verwandten werden zur Konservierung von geschnittenem Brot eingesetzt, in der Natur kommt sie schon seit Jahrhunderten vor: Sie entsteht nämlich bei der Reifung von Emmentaler Käse und verleiht diesem sein charakteristisches Aroma. Backpulver (E500 bis E503), Gelierzucker (E440), Paprikaextrakt (E 160c), Karamell (E150a) ……Diese Liste könnten wir noch ewig weiterführen, sogar Kohlendioxid, besser bekannt als die Kohlensäure im Mineralwasser trägt eine E-Nummer. Selbst das in alternativmedizinischen Kreisen als Allheilmittel beworbene Natron hört als Backtriebmittel auf den Namen Natriumhydrogencarbonat (E500II).

 

Alles heiter Sonnenschein?

Zweifellos gibt es auch Zusatzstoffe, die kritisch gesehen werden müssen: Azofarbstoffe beispielsweise sind eine weitere Gruppe von Zustätzen, die kontroves diskutiert werden. Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2007 behauptet, diese Fabstoffe können Hyperaktivität bei Kindern auslösen. Obwohl diese Studie teilweise kritisch augenommen wurde müssen in der EU Lebensmittel, die diese Stoffe enthalten den Hinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ tragen.
Auf der anderen Seite will auch erwähnt sein, dass viele Zutaten, die keine E-Nummer tragen teilweise viel gefährlicher sein können als die streng geprüften Zusatzstoffe, die sich hinter den E-Nummern verbergen. Exotische Gewürzmischungen aus fernen Teilen der Erde, aber auch ganz normale Gartenkräuter können Pflanzenglifte wie etwa Pyrrolizidinalkaloide oder Methyleugenol enthalten. Diese Substanzen können bereits in geringer Dosis die Leber schädigen und das Krebsrisiko erhöhen. Weiters gibt es einige Altlasten, die obwohl sie seit Jahrhunderten in Gebrauch sind, dermaßen toxisch sind, dass heutzutage nie eine E-Nummer und eine Zulassung bekommen würden. Als bestes Beispiel zählt hier: Alkohol und Nicotin.

 

Differenziert betrachten

Abschließend kann man sagen, dass der Gebrauch von Zusatzstoffen sehr sicher ist. Allerdings gibt es einige wenige Vertreter dieser Gruppe, die unter Verdacht stehen gewisse negative Reaktionen auszulösen, wie zum Beispiel der Geschmacksverstärker Glutamat (E 620), der womöglich bei manchen Menschen eine Unverträglichkeit auslöst. Hier möchte ich allerdings noch erwähnen, dass auch Glutamat ein Naturprodukt ist, das beim Abbau von Proteinen, wie beispielsweise während der Reifung von Sojasauce in großen Mengen entsteht, oder auch von der Bäckerhefe produziert wird. Es bring also nichts, alle E-Nummern in einen Topf zu werfen, sondern es wäre sinnvoll sich zu jeder einzelnen zu informieren. Genauso viel Skepsis sollte man dann konsequenterweise auch bei allen übrigen exotischen Zutaten walten lassen.



 

Buchtipp

Jedem, der noch tiefer in die Materie eintauchen möchte und sich genau über das Thema Zusatzstoffe informieren will dem möchte ich das Buch E-Nummern & Zusatzstoffe: Was sich in unserer Nahrung versteckt (GU Kompass Gesundheit) von Ibrahim Elmadfa und seinen Kollegen wärmstens ans Herz legen. Professor Elmadfa leitete viele Jahre das Instiut für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien und besitzt Fachwissen auch diesem Gebiet wie kaum ein Zweiter.

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