Impfgegner

Die Impflüge

Ärzte und Krankenkassen schlagen Alarm, immer mehr Eltern entscheiden sich gegen das Impfen ihrer Sprösslinge. Vielleicht sogar aus gutem Grund? Fragen wir die Suchmaschine unseres Vertrauens zum Stichwort „Impflüge“ bekommen wir über 32.000 Einträge präsentiert, die unisono von den Gefahren, die so eine Impfung mit sich bringen kann warnen. Kein Wunder also, dass viele Jungeltern verunsichert sind und auf eine Immunisierung verzichten. Dass diese Entscheidung mitunter lebensgefährlich sein kann zeigte beispielsweise 2010 ein Keuchhustenausbruch in Kalifornien bei dem 10 Kleinkinder sterben mussten. Im folgenden Artikel gehen wir den populärsten Impfmythen auf den Grund:

 

Massiv manipulierte Impfentscheidung

Kaum ein Gesundheitsthema wird so heiß diskutiert wie Impfungen. Viel Halb- und Unwissen wird auf pseudowissenschaftlichen Plattformen verbreitet, das teilweise hochprofessionelle Auftreten der Impfgegner verunsichert Leser zusehends. In den entwickelten Länder geht die Durchimpfungsrate bereits wieder zurück, Statistiken und Berichte von diversen Krankheitsausbrüchen zeichnen ein erschreckendes Bild, deshalb ist es uns ein besonders Anliegen mit den weit verbreitetsten Mythen rund ums Thema impfen aufzuräumen und glasklar zu beweisen, dass es keine Impflüge gibt:

 

1. Impfen verursacht Autismus

Die Behauptung impfen verursache Autismus geht auf eine Studie des britischen Chirurgen und Impfgegner Andrew Wakefield zurück die 1997 in The Lancet, einer renommierten Medizinfachzeitschrift veröffentlich wurde. Diese Publikation sorgte für internationales Aufsehen, sodass sich verschiedene Forschergruppen daran machten Wakefields Ergebnisse zu reproduzieren, allerdings erfolglos. 2004 kam ans Licht, dass Anwälte von Familien mit autistischen Kindern planten einen großen Pharmakonzern zu verklagen und Wakefield etliche tausend Dollar zusteckten um Daten zu produzieren, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus beweisen sollten. 2010 befand das General Medical Council, dass Wakefield unethische Forschungsmethoden angewandt habe, seine Ergebnisse auf unehrliche und unverantwortliche weise präsentierte und somit die Öffentlichkeit getäuscht habe. The Lancet widerrief die Veröffentlichung von Wakefields Artikel und ein Berufsverbot gegen ihn wurde ausgesprochen. Heute geht man davon aus, dass Autismus bereits im Mutterleib entsteht. Dennoch geistert dieses Ammenmärchen weiterhin ungebremst durch das Internet und findet nach wie vor regen Zuspruch.


2. Impfen überfordert das Immunsystem von Neugeborenen

Das Abwehrsystem der Kleinsten ist weit stärker als man vermuten möchte. Anhand von Messungen der Antikörperkonzentration im Blut von Neugeborenen geht man davon aus, dass eine Impfung das kindliche Immunsystem nur zu etwa 0,1% auslastet. Außerhalb des Mutterleibs sind die Neugeborenen vom ersten Tag an einer Vielzahl an Krankheitserreger ausgesetzt, sodass eine Impfung kaum ins Gewicht fällt.

 

3. Natürliche Immunität ist besser als impfen

In einigen Fällen kann eine Immunität, die aus einer tatsächlichen Infektion mit der jeweiligen Krankheit entstanden ist tatsächlich stärker sein als eine durch impfen erlangte. Das Risiko von schweren Komplikationen bei so einer Infektion relativiert diesen Vorteil aber wieder. So liegt das Sterberisiko für eine Maserninfektion bei 1:500, das Risiko eine schweren allergischen Reaktion auf eine Impfung zur erleiden bei 1:1.000.000.000. Diese Zahlen sollte man sich auf jeden Fall durch den Kopf gehen lassen, bevor man seine Impfentscheidung fällt.

 

4. Impfstoffe sind pures Gift

Viele Leute fühlen sich von den Inhaltsstoffen eines solchen Impfserums wie beispielsweise Formaldehyd oder Schermetallen verunsichert, allerdings besteht hierfür kein Grund: Die enthaltenen Mengen dieser Stoffe sind so gering, dass es zu keinem negativen Effekt kommt. So stellt der menschliche Körper beispielsweise mehr Formaldehyd selbst her als bei einer Impfung zugeführt wird. Auch die Konzentration an Quecksilber und Aluminium ist so niedrig, dass mit keinen Folgeschäden zu rechnen ist.

 

5. Impstoffe werden aus toten Babys hergestellt

Die Behauptung, Impfstoffe werden aus abgetriebenen Föten hergestellt, ist ebenso eine grob verallgemeinernde Aussage, die den wahren Sachverhalt verzerrt. Tatsache ist, dass derzeit zwei verschiedene fötale Zelllinien zur Produktion von gewisse Impfseren im Einsatz sind. Diese Zellen wurden in den 1960er Jahren aus dem Gewebe zweier Föten extrahiert und werden seither im Reagenzglas weitergezüchtet. Auch wenn diese Praxis für den einen oder anderen moralisch verwerflich erscheint, stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist, diese Zelllinien, die sich nun seit über einem halben Jahrhundert bewährt haben, zu verwerfen und nach neuen Ausgangszellen zu suchen. Dem unfreiwilligen Spender würde dies nicht mehr sonderlich nutzen. Die meisten anderen Zelllinien, die für pharmazeutische Zwecke im Einsatz sind, sind übrigens tierischen Ursprungs. Ob das moralisch bedenkenlos ist, sei dahingestellt.

 

6. Bessere Hygiene und Ernährung haben die Krankheiten zurückgedrängt

Obwohl zweifellos die ausgezeichnete Ernährungssituation und verbesserte Hygienestandards auch eine nicht unerheblich Rolle bei der Senkung der Säuglingssterblichkeit spielten, kann der Effekt der Impfung keinesfalls in Frage gestellt werden. Nachdem 1963 in den USA die Masernimpfung eingeführt wurde, sank in den kommenden 7 Jahren die Zahl der Erkrankungen von 400.000 auf 25.000 und das obwohl sich in dieser kurzen Zeit Ernährungsstatus und Hygienestandards kaum verbesserten.


7. Das Risiko ist einfach zu hoch

Diese Aussage ist schlichtweg falsch, es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie die Impfungen mit gesundheitlichen Spätfolgen in Verbindung bringt. Die wenigen beschriebenen Fälle von mutmaßlichen Impfschäden sind so selten, dass sie nicht statistisch auswertbar sind. So sind für die Jahre 1990 bis 1992 weltweit 2 Todesfälle im Zusammenhang mit Impfungen, vermutlich durch eine allergische Reaktion, beschrieben. Wesentlich weniger als beispielsweise die Todesfälle durch herabfallende Kokosnüsse.

 

8. Impfungen können uns infizieren

Impfungen können leichte Symptome der Krankheit, gegen die sie eingesetzt werden, hervorrufen. Das hat aber nichts mit einer tatsächlichen Infektion zu tun, sondern mit der Reaktion des Immunsystems auf die zugeführten Antigene, denn wenn wir krank sind leiden wir in erster Linie nicht am Erreger selbst sondern an der Reaktion unseres Körpers auf diesen. Der einzige beschriebene Fall bei dem es wirklich zu einer Infektion kam war eine Schluckimpfung gegen Polio, die heute nicht mehr gebräuchlich ist.

 

9. Die Infektionsraten sind so niedrig, dass eine Impfung nicht notwendig ist

Ein Grund dafür, dass auch ungeimpfte Individuen nur mehr äußerst selten an gefährlichen Infektionen erkranken ist der so genannten Herdenimmunität zu verdanken. Wenn der Großteil einer Population immunisiert ist, finden die Krankheitserreger keine Wirte mehr und auch einzelne Personen, die zum Beispiel aufgrund einer Immunkrankheit nicht geimpft werden können sind geschützt. Wenn aber der Prozentsatz an ungeimpften Individuen über einen kritischen Wert steigt, können sich die bereits fast ausgerotteten Krankheiten wieder verbreiten. Gerade in unserer globalisierten Gesellschaft, in der die exotischsten Ländern nur eine paar Flugstunden entfernt liegen, ist die Gefahr extrem hoch im Westen bereits längst ausgerottete Krankheiten wieder einzuschleppen, die sich ohne eine starke Herdenimmunität zu einer Pandemie von ungeahntem Ausmaß entwickeln könnten. Die Entscheidung ob man geimpft werden will betrifft also nicht nur jeden selbst sondern auch „die Herde“ als Ganzes, daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass Stimmen für eine generelle Impfpflicht laut werden. Die Diskussion über die moralische Vertretbarkeit eines solchen Erlasses würde hier allerdings den Rahmen sprengen.

 

10. Ungeimpfte Kinder sind gesünder

Einige Studien behaupten, ungeimpfte Kinder seien generell gesünder als geimpfte. Diese Behauptungen sind allerdings schwer zu verifizieren da sehr viele verschiedene Faktoren in diese Thematik einwirken. So zeigt der bewusste Impfverzicht bereits ein gesteigertes Interesse der Eltern an Gesundheitsthemen. Dies schlägt sich zweifelsfrei auf den Lebensstil der ganzen Familie nieder. In diesen Familien stehen öfters Obst und Gemüse auf dem Speiseplan und längere Aufenthalte in der Natur sind ebenso Pflicht. Die bessere Gesundheit der Kinder einzig auf die Impffreiheit zurückzuführen wäre also eindeutig eine sehr eingeschränkte Perspektive. Die Daten für so eine Studie werden meist über Fragebögen direkt von den Eltern erhoben. Diese Methode hat die große Schwäche, dass wir uns und unser direktes Umfeld meist sehr schlecht objektiv einschätzen können, vor allem wenn wir davon überzeugt sind, dass wir ein äußerst gesundes Leben führen. Ich unterstelle diesen Eltern gar nicht, bewusst falsche Aussagen zu machen, aber Fragen wie etwa „wie oft war Ihr Kind in den letzten zwei Jahren krank“ können einfach nur aus dem Bauch heraus beantwortet werden da die wenigsten Eltern penibel Buch über solche Dinge führen und auch jedes Elternteil eine geringfügig andere Vorstellung davon hat, ab wann der Nachwuchs krank ist.

 

Der Fall Lanka

Im Jahr 2011 versprach der bekannte deutsche Impfgegner Stefan Lanka jedem 100.000 Euro der ihm die Existenz und die Größe von Viren als Krankheitserreger beweisen kann. Ein Arzt schickte ihm 6 Fachpublikationen und seine Kontonummer für die Überweisung des Betrags. Als sich Lanka weigerte zu zahlen klagte der Mediziner den Betrag ein. Was folgte war ein langwieriger Prozess, bei dem auch Expertengutachten zweifelsfrei die Existenz von Viren bestätigten. Obwohl es keinerlei Zweifel an diesem Sachverhalt gibt, muss Lanka den Betrag nun aufgrund eines Formalfehlers doch nicht zahlen. Denn es wurde nicht eine sondern gleich 6 Publikationen vorgelegt, daher kam der Pseudowissenschafter ungeschoren davon. Wie erwartet war dieses Urteil Wasser auf die Mühlen der Impfgegner, obwohl es doch eigentlich weiter bestätigt.

 

Fazit:

Wir sehen also, mit ein wenig Hintergrundwissen und Recherchearbeit lässt sich selbst das letzte Argument der Impfgegner vollends entkräften und eindeutig darlegen, dass es keine Impflüge gibt. Während die moderne Medizin voranschreitet um immer weitere, vermeintlich unheilbare Krankheiten zu besiegen, sollten wir nicht vergessen wie viele Millionen Leben diese bahnbrechende Errungenschaft bereits gerettet hat und diese auch weiterhin nicht als selbstverständlich ansehen.


Buchempfehlung:

Da das Thema Impfentscheidung so wahnsinnig wichtig ist will ich meinen Lesern abschließend eine Buchempfehlung zu diesem Thema mitgeben. Bei der Recherche hierfür offenbarte sich mir jedoch schreckliches: Fast alle Impfratgeber die die Topseller Liste von Amazon anführen sind nichts anderes als reißerische Machwerke der altbekannten Impfgegner. Titel wie „Pro und Contra“ oder „Impfentscheidung“ garantieren keineswegs seriöse, wissenschaftliche fundierte Empfehlungen, sondern dienen nur dazu dem verunsicherten Leser Angst zu machen. Eines der wenigen tatsächlich objektiven Bücher das ich finden konnte ist Impfen: Wann. Wogegen. Warum. von Dr. Ursula Wiedermann- Schmidt. Die Leitern des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien vermittelt in diesem Buch wissenschaftliches Grundwissen, mit denen Eltern eine fundierte Entscheidung für sich und ihre Kinder treffen können. Ich kann dieses Buch jedem Leser wärmstens empfehlen. Eine kleine Leseprobe von Fr. Dr. Wiedermann- Schmidt findest du hier.

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